Mit dem Saunazug in die Stadt der Liebe

1. April 2017 | Von | Kategorie: Europa, News

Russische Staatseisenbahn plant im Sommer eine Sauna auf Schienen

IMG_4195 copyHamburg, 1. April 2017. Viele Bahnreisende sind durch die häufigen Klimaanlagen-Ausfälle in ICEs „verwöhnt“. Die DB arbeitet jeden Sommer erneut daran, dieses Phänomen abzustellen. Wie es scheint, besteht aber ein großer Bedarf an derartigen Zugreisen. Aus diesem Grunde hat sich die RZD (Russische Staatsbahn) überlegt, alte russische Waggons zu Saunen umzubauen. Sie haben den Vorteil, dass sie noch mit einem Kohleofen beheizt werden. Diese Wärme kann sehr gut ohne große technische Veränderungen für ein Dampfbad genutzt werden.

Die Idee ist nicht neu. Schon im Februar 1942 hatte die Rote Armee umgebaute Güterwaggons als Saunazug in Finnland eingesetzt. Damals bestand die Zugeinheit aus einem Heizkessel-, Umkleide- und Saunawagen.

Die heutigen Waggons sollen mit hochwertigem Lärchenholz verschalt werden. Dies steht für eine gute Isolierung und den typischen Geruch eines russischen Dampfbades. Wie in russischen Saunen üblich, wird es einen Aufenthaltsraum mit Tischen und Sitzgelegenheiten geben. Aufgetischt werden landestypische Speisen. Wie der Name „Wodka-Express“ es vermuten lässt, werden auch Wodka-Proben angeboten – zahlreiche kleine Vorspeisen (Zakuski), die mit viel Alkohol genossen werden. Dieser Programmpunkt wird allerdings nur für Reisende ab 18 Jahren buchbar sein.

Es handelt sich um Normalspurwagen, die zu Sauna-Waggons umgebaut werden sollen. Die Waggons kommen aus dem Oblast Kaliningrad, ehemals Königsberg. Dort gibt es immer noch Orginal-Normalspurgleise aus der Zeit als Königsberg zu Deutschland gehörte, darum entfällt eine Umspurung.

Die Sauna oder das Dampfbad ist ein uraltes Kulturgut der Menschheit. Es reicht bis in die Steinzeit zurück, stammt vermutlich aus Ostasien und breitete sich über die Beringstraße nach Nord- und Südamerika aus. Die Indianer benutzen es, um den Geist zu reinigen und neue Visionen zu erlangen. Aber auch im Mittelmeerraum etablierte sich diese Art der Entspannung.

Geplant ist, in Berlin Waggoneinheiten an den Nachtzug Moskau – Paris anzukoppeln und ihn als Euro-Night in die Haupstadt der Liebe fahren zu lassen. Für die Strecke vom Berliner Hauptbahnhof bis zum Gare de l’Est wird die Fahrzeit 13 Stunden betragen.

Gut zu wissen
Der grau-rote Zug soll in den Sommermonaten zweimal pro Woche – freitags und sonntags fahren. Die Rückreise startet sonnabends und montags. Vier Buchungskategorien werden zur Auswahl stehen: Men only, Women only, Mix und Family. Weitere Informationen: RŽD

Auch im Luxussegment von Zugreisen setzt man auf Spa.

Bamford Haybarn Spa ©Belmond

Ab April 2017 koppelt der Veranstalter Belmond zwei Spa-Waggons an den Royal Scotsman an.

Die Atmosphäre im Spa-Waggon soll einer zusätzlichen Entspannung dienen. Zwei im stylischen Bamford-Stil gehaltene Behandlungsräume sind in hellen Farben und mit nachhaltig erzeugtem Holz aus Schottland und den Cotswolds im Herzen Englands ausgestattet. Große Panoramafenster geben herrliche Ausblicke auf die vorüberziehenden Landschaften Großbritanniens. „Zugreisen sind an sich schon ideal zum Entschleunigen. Mit dem neuen Bamford Haybarn Spa verstärken wir diesen Effekt. Dort findet man Zeit für sich selbst und die Dinge, die einem wirklich wichtig sind, während draußen die atemberaubende Landschaft vorbei zieht“, sagt Gary Franklin, Managing Director, Belmond Trains & Cruises.

Royal Scotsman
Weitere Informationen unter www.belmond.com

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