Großer Bahnhof im Brohltal

4. Juni 2015 | Von | Kategorie: Deutschland, Die Reportage

Seit Mai 2015 steht der „Vulkan-Express“ wieder unter Dampf

vulkanexpressDas Brohltal erstreckt sich im nördlichen Rheinland-Pfalz zwischen Bonn und Koblenz und ist von erloschenen Vulkanen geprägt. Der Transport vulkanischen Gesteins wie Trass, Tuff und Basalt führte Ende des 19. Jahrhunderts zum Bau der Brohltalbahn. In den 1950er Jahren waren Basaltlava und Bims die Hauptabbauprodukte. Längst beschränkt sich der Warentransport nur noch auf Phonolith (Klingstein). Er wird am Schellkopf bei Brenk gebrochen und findet in der Buntglasherstellung Verwendung.

Vor dem schmalen, weißen Bahnhofsgebäude drängeln sich an diesem Vormittag Fahrgäste und Trainspotter. Es ist das erste Wochenende, an dem nach fast 50 Jahren die 109 Jahre alte Mallet-Dampflok 11sm auf der meterspurigen Trasse wieder im Einsatz ist. 1966 steuerte die Lok aufs Abstellgleis. Aufgrund des zunehmenden Bus- und Autoverkehrs war die Personenbeförderung bereits eingestellt. 300 PS starke Diesellokomotiven, von denen noch heute zwei betriebsfähig sind, übernahmen den Gütertransport. 20 Jahre lang stand die 11sm im Museum für Schmalspurfahrzeuge der Deutschen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte in Viernheim. Nach Auflösung des Museums kam sie ins Brohltal zurück. Über mehrere Jahre wurde sie bei der MaLoWa Bahnwerkstatt Benndorf in Sachsen-Anhalt restauriert. Finanziert durch private und öffentliche Spenden.

1977 rief die Brohltal-Eisenbahn-Gesellschaft (BEG) den „Vulkan-Express“ auf der knapp 18 Kilometer langen Strecke zwischen Brohl und Engeln als Touristik-Zug ins Leben. Nach zehn Jahren stand er vor dem Aus. Einige Bahnenthusiasten gründeten daraufhin die Interessengemeinschaft Brohltal-Schmalspureisenbahn (IBS), um die BEG zu unterstützen. Bereits vier Jahre später zogen neue dunkle Wolken am Himmel über dem Brohltal auf, was zur Folge hatte, dass die Interessengemeinschaft 1992 die Brohltal-Schmalspureisenbahn Betriebs-GmbH gründete, die heute mit zirka 20 festangestellten Mitarbeitern den Verkehr auf der Strecke meistert. Die IBS hat derzeit rund 300 Mitglieder, von denen die aktiven in ihrer Freizeit als Schaffner, Heizer, Lokführer, Fahrdienstleiter, Zugführer, in der Werkstatt und im Service tätig sind.

Vom Rhein bis auf die Hochplatte der Osteifel überwindet der „Vulkan-Express“ in 90 Minuten fast 400 Höhenmeter. Er rattert über den siebenbogigen Tönnissteiner Viadukt und windet sich in vielen Kurven Richtung Nieder- und Oberzissen. Die Steilstrecke hinter dem dreibogigen Oberzissener Viadukt mit einer Steigung von 1:20 übernimmt weiterhin eine 1.200 PS starke Diesellok, die auch bereits seit 50 Jahren auf der Schiene unterwegs ist.

Informationen
Brohltalbahn – Vulkan-Express
Kapellenstraße 12
56651 Niederzissen
Tel.: 02636 80303

Automatische Fahrplanansage: 02636 80500

E-Mail: buero@vulkan-express.de
www.vulkan-express.de

Fahrplan
Zwischen dem 1. Juni und 30. September verkehrt der Vulkan-Express außer montags ein- bis dreimal pro Tag. Meist mit Diesellokbespannung. An einigen Wochenenden kommt auch die Dampflok 11sm zum Einsatz. Sie bedient nur die zwölf Kilometer lange Strecke Brohl – Oberzissen. Ab da geht es weiter mit der Diesellok V5.

Im April, Mai und Oktober finden weniger Fahrten statt. Im Winterhalbjahr sind Nikolaus-, Weihnachts-, Silvester- und Wintertouren im Angebot.

Allgemeine Informationen zum Vulkanpark Brohltal / Laacher See gibt es bei der

Tourist-Information Brohltal
Kapellenstraße 12
56651 Niederzissen
Tel.: 02636 19433
E-Mail: tourist@brohltal.de
www.brohltal-tourismus.de

Ausflugstipps
Benediktinerabtei Maria Laach
www.maria-laach.de

Burg Olbrück
www.olbrueck.de

© Dagmar Krappe

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